Univ.Prof. Dr. Christian Göbel, M.A.

Seit Februar 2013 habe ich die neu geschaffene Professur für Sinologie mit sozialwissenschaftlicher Ausrichtung am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Wien inne. In meiner derzeitigen Forschung beschäftige ich mich mit der politischen Ökonomie von Innovation in autoritären Regimen. Konkret interessiere ich mich für den Zusammenhang zwischen technologischer Innovation, politischer Innovation und Regimestabilität in Ostasien. Meine anderen Interessensgebiete sind die Beziehungen zwischen Zentralregierung und Lokalregierungen sowie öffentliche Finanzen in China und die vergleichende Analyse von Korruption. Derzeit führe ich zwei Forschungsprojekte durch. Das eine untersucht die Determinanten erfolgreicher politischer Innovationen, das andere den Einfluss von Informationstechnologien auf Regimestabilität in China. Meine Forschung führt mich mindestens ein Mal jährlich nach China, wo ich Gespräche mit Lokalpolitikern führe, Forschungsmaterial sammle und mit chinesischen Partnern an gemeinsamen Projekten arbeite.    

 

Vor meinem Ruf nach Wien forschte und lehrte ich an den Universitäten Heidelberg, Lund und Duisburg-Essen.

Forschung

Meine bisherigen Veröffentlichungen beschäftigen sich vor allem mit den Beziehungen zwischen Zentralregierung und Lokalregierungen in China. Eine 2010 veröffentlichte Monographie untersucht die Entstehung und Umsetzung einer Steuerreform, die mit der Abschaffung der Landwirtschaftssteuer endete und somit viele Lokalregierungen in hohem Maße abhängig von den finanziellen Zuweisungen der Zentralregierung machte. Eine zweite Monographie, die ich gemeinsam mit Thomas Heberer verfasst habe, beschäftigt sich mit dem Versuch der Zentralregierung, städtische Nachbarschaften einzurichten. Durch die Übernahme staatlicher Aufgaben sollten Nachbarschaftskomitees dazu beitragen, die Regierung zu entlasten.

Nach der Fertigstellung dieser beiden Projekte habe ich für meine Forschung eine mehr vergleichende Perspektive gewählt. Angeregt durch frühere Studien zur Konsolidierung der Demokratie in Taiwan habe ich einen konzeptuellen Rahmen ausgearbeitet, mit dem sich die Konsolidierung nicht-demokratischer Regime untersuchen lässt. Aus diesem Projekt sind bereits einige Publikationen und Arbeitspapiere hervorgegangen. Weiterhin gründete ich gemeinsam mit einigen Kollegen der Universität Lund die interdisziplinäre China Innovation Group, die sich der disziplinenübergreifenden Erforschung von technologischer Innovation in China widmet. Der intensive Austausch innerhalb dieser Gruppe entfachte mein Interesse am Zusammenhang zwischen Innovation und autoritärer Konsolidierung, dem ich unter anderem im Kontext zweier neuer, vom schwedischen Wissenschaftsrat finanziell geförderter Forschungsprojekte nachgehe.

Kontakt

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